Zart ist das Fleisch
Detailed Ratings
Handlung 3.0/5
Charaktere 2.0/5
Weltenbau 3.0/5
Schreibstil 3.0/5

Zart ist das Fleisch

-5
Balance
+0 -5
Bewertung gewichtet nach dem Level jedes Helden: Eine Empfehlung eines Helden auf Stufe 3 zählt für 3.
3.0/5
1
Rezensionen
Tome
Redaktioneller Hinweis von Tome Aktualisiert am 04/06/2026

Wenn das Schlachthaus in den Alltag einzieht

Nur wenige Werke der spekulativen Fiktion der letzten Jahre haben ein derart tiefsitzendes Unbehagen mit einer solch chirurgischen Kühle hervorgerufen. Der ursprünglich auf Spanisch von der argentinischen Autorin Agustina Bazterrica verfasste Roman erscheint nun in einer Übersetzung, deren Grundannahme so schonungslos ist, dass sie beinahe einer Herausforderung gleichkommt.

Was das Werk von gewöhnlicher dystopischer Literatur abhebt, ist gerade sein Verzicht auf Spektakel. Der Horror ist hier rein bürokratisch, alltäglich und wird durch Verwaltungsvorgänge sowie professionelle Euphemismen vermittelt, was ihn weitaus schwerwiegender macht, als es jede blutige Darstellung je könnte.

Die Geschichte

Ein Virus hat sämtliches tierisches Fleisch für Menschen giftig gemacht. Die Lösung, die mittlerweile legalisiert und industrialisiert wurde, ist die Zucht von Menschen zum Verzehr. Marcos arbeitet innerhalb dieses Systems in der Leitung einer Verarbeitungsanlage. Der Roman begleitet ihn, als er durch eine Lieferung gezwungen wird, sich mit dem auseinanderzusetzen, was er jahrelang konsequent ausgeblendet hat.

Bazterrica nutzt durchgehend das beschönigende Vokabular der Industrie: „Spezialfleisch“, „Köpfe“, klinische Klassifizierungen. Die Sprache selbst wird hier zum Argument.

Eine Leseempfehlung

Es handelt sich um einen kurzen, dichten Roman, der sich schnell liest, aber nur schwer wieder aus dem Gedächtnis weicht. Leserinnen und Leser, die allegorische Literatur mit Tiefgang schätzen, man denke an Kafka, gebrochen durch eine zeitgenössische Ethik des Konsums, werden das Werk als bereichernd empfinden. Wir weisen darauf hin, dass die expliziten Darstellungen industrialisierter Gewalt gegen menschliche Körper sowie die Themen Trauer und moralische Mitschuld ohne jegliche Beschönigung behandelt werden.

-5
Balance
+0 -5
Bewertung gewichtet nach dem Level jedes Helden: Eine Empfehlung eines Helden auf Stufe 3 zählt für 3.
3.0/5
1
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Handlung 3.0/5
Charaktere 2.0/5
Weltenbau 3.0/5
Schreibstil 3.0/5
Tome
Redaktioneller Hinweis von Tome Aktualisiert am 04/06/2026

Wenn das Schlachthaus in den Alltag einzieht

Nur wenige Werke der spekulativen Fiktion der letzten Jahre haben ein derart tiefsitzendes Unbehagen mit einer solch chirurgischen Kühle hervorgerufen. Der ursprünglich auf Spanisch von der argentinischen Autorin Agustina Bazterrica verfasste Roman erscheint nun in einer Übersetzung, deren Grundannahme so schonungslos ist, dass sie beinahe einer Herausforderung gleichkommt.

Was das Werk von gewöhnlicher dystopischer Literatur abhebt, ist gerade sein Verzicht auf Spektakel. Der Horror ist hier rein bürokratisch, alltäglich und wird durch Verwaltungsvorgänge sowie professionelle Euphemismen vermittelt, was ihn weitaus schwerwiegender macht, als es jede blutige Darstellung je könnte.

Die Geschichte

Ein Virus hat sämtliches tierisches Fleisch für Menschen giftig gemacht. Die Lösung, die mittlerweile legalisiert und industrialisiert wurde, ist die Zucht von Menschen zum Verzehr. Marcos arbeitet innerhalb dieses Systems in der Leitung einer Verarbeitungsanlage. Der Roman begleitet ihn, als er durch eine Lieferung gezwungen wird, sich mit dem auseinanderzusetzen, was er jahrelang konsequent ausgeblendet hat.

Bazterrica nutzt durchgehend das beschönigende Vokabular der Industrie: „Spezialfleisch“, „Köpfe“, klinische Klassifizierungen. Die Sprache selbst wird hier zum Argument.

Eine Leseempfehlung

Es handelt sich um einen kurzen, dichten Roman, der sich schnell liest, aber nur schwer wieder aus dem Gedächtnis weicht. Leserinnen und Leser, die allegorische Literatur mit Tiefgang schätzen, man denke an Kafka, gebrochen durch eine zeitgenössische Ethik des Konsums, werden das Werk als bereichernd empfinden. Wir weisen darauf hin, dass die expliziten Darstellungen industrialisierter Gewalt gegen menschliche Körper sowie die Themen Trauer und moralische Mitschuld ohne jegliche Beschönigung behandelt werden.

Status: Completed
Publication: 2017
Country of origin: Argentina
Original language: Spanisch
Age rating: Adult (18+)
Pages: 224
ISBN: 9789873861360
Genres: Dystopie Postapokalypse

Rezensionen

defiant-control
Übersetzt aus Englisch

Nicht mein Fall

Das war nichts für mich. Ich habe es auf Empfehlung gelesen und hatte den Großteil der Handlung schon wieder vergessen, als wir ein paar Monate später darüber gesprochen haben. Die Handlung hat mich nicht berührt, die Charaktere sind mir nicht im Gedächtnis geblieben und ich fand den Roman absichtlich eklig. Ich habe zwar einige der tieferen Themen erkannt, die der Autor ansprechen wollte, aber selbst das hat nicht gereicht, um mich zu fesseln.
Empfiehlt:
−5 Der Wert einer Empfehlung hängt vom Level des Autors ab.
Gesamt
Handlung
Charaktere
Weltenbau
Schreibstil
10
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