Guillaume Broche

Game Designer Drehbuchautor Regisseur
Tome
Redaktioneller Hinweis von Tome Aktualisiert am 18/09/2026

Ein kleines französisches Studio hat ein rundenbasiertes Rollenspiel geschaffen, das Vergleiche mit den ganz großen Klassikern weckt, und Guillaume Broche hat es genau zu diesem Zweck ins Leben gerufen.

Broche leitet die Entwicklung von Clair Obscur: Expedition 33, entwirft das Design und verfasst das Drehbuch. Das Rollenspiel basiert auf einer unerbittlichen Prämisse: Jedes Jahr malt eine geheimnisvolle Gestalt eine Zahl an die Wand, woraufhin alle Menschen dieses Alters unwiederbringlich verschwinden. Das Kampfsystem verbindet rundenbasierte Taktik mit Echtzeit-Paraden, sodass das Publikum während der Angriffe des Gegners stets aktiv ins Geschehen eingreift.

Hintergrund und Einflüsse

Nach seiner Tätigkeit bei einem großen Verlag gründete er ein Studio in Südfrankreich, um genau jene Art von Rollenspiel zum Leben zu erwecken, die in der damaligen Landschaft schmerzlich vermisst wurde. Als erklärtes Vorbild dient die japanische Rollenspieltradition, allerdings gefiltert durch die französische Kunstgeschichte und eine Bildsprache, die sich eher an der Malerei der Jahrhundertwende als am klassischen Mittelalter-Fantasy-Tropus orientiert.

Stil und Themen

Wiederkehrende Motive: Sterblichkeit nach Ablaufplan, Trauer, die sich wie eine Expedition anführt, und eine Schönheit, die Hand in Hand mit dem Horror geht. Die Gestaltung verbindet eine stark stilisierte Welt mit Spielmechaniken, die absolute Präzision verlangen, und die Erzählung begreift ihren Kernkonflikt als echtes emotionales Problem statt als bloßes Rätsel, das es zu lösen gilt.

Vermächtnis und Einfluss

Das Erstlingswerk des Studios wurde von der Kritik hoch gelobt und erwies sich für ein Debütprojekt eines kleinen Teams auch kommerziell als beachtlicher Erfolg. Seither gilt es in der Branche als eindrucksvoller Beleg dafür, dass auch ein überschaubares europäisches Studio mit weitaus größeren Produktionen mithalten kann, nicht über das Budget, sondern über den schieren Ehrgeiz.

Für wen sich das Werk lohnt

Für alle Spielerinnen und Spieler, die rundenbasierten Kampf suchen, der dennoch Reflexe erfordert. Das Werk empfiehlt sich für alle, die eine bestimmte Ära von Rollenspielen vermissen, sowie für diejenigen, die sich für eine künstlerische Gestaltung interessieren, die sich eher an der Malerei als an anderen Videospielen orientiert.

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