Avengers
Das Team fand sich als Antwort auf einen Konkurrenten zusammen. DC brachte seine Helden in einem Heft zusammen, und es verkaufte sich, weshalb Marvel im September 1963 seine eigenen Figuren versammelte und die Besetzung ständig durchmischte. Genau diese Unbeständigkeit machte den Reiz aus, und exakt das streiften die Verfilmungen stets ab.
1963: Marvel stellt ein Team zusammen, das sich beliebig oft umbilden lässt
Stan Lee und Jack Kirby steckten Thor, Iron Man, Hulk, Ant-Man und Wasp gemeinsam in ein einziges Heft. Der Hulk verließ die Truppe bereits nach zwei Ausgaben.
Bis zur sechzehnten Ausgabe hatten die Gründer das Feld geräumt und waren durch drei ehemalige Schurken ersetzt worden. Kein anderes Team-Comic ging diesen Weg, und genau das wurde zum Markenzeichen der Reihe: Die Besetzung ist eine Variable und kein festes Fundament.
Auf diese Weise konnte die Serie sämtliche Figuren aufnehmen, die Marvel gerade vermarkten musste, weshalb im Laufe der Zeit mehr als zweihundert Charaktere zeitweise zu Avengers wurden. Nach diesem Prinzip lief die Publikation über sechzig Jahre hinweg nahezu ununterbrochen weiter.
Drei Animationsserien, drei Absetzungen aus externen Gründen
Avengers: United They Stand erschien 1999 und steckte die Figuren in Rüstungen, da die Spielzeugreihe Fahrzeuge verlangte. Zudem blieben Iron Man und Captain America außen vor, die über eigene Sendungen verfügten. Nach dreizehn Episoden war Schluss.
The Avengers: Earth's Mightiest Heroes von 2010 ist die Adaption, die bei Comic-Fans am höchsten im Kurs steht: 52 Folgen, aufgebaut auf den klassischen Handlungssträngen. Sie wurde nach zwei Staffeln abgesetzt.
Avengers Assemble löste sie 2013 mit einer Besetzung ab, die sich an den Filmen orientierte. Als Grund wurde damals die Anpassung an das Kino-Line-up genannt, und es handelt sich hierbei um den offenkundigsten Fall einer gelungenen Adaption, die aus Gründen weichen musste, die nichts mit ihrer Qualität zu tun hatten.
Zwei Milliarden Dollar für den Film, der die halbe Besetzung tötete
Avengers: Infinity War spielte im Jahr 2018 über zwei Milliarden Dollar ein und endete damit, dass die Helden verloren. Das funktionierte ausschließlich deshalb, weil zehn Jahre vorausgegangener Einzelfilme jeden einzelnen Charakter bereits etabliert hatten.
Kein anderes Studio hatte diese Struktur zuvor gewagt. Einundzwanzig aufeinanderfolgende Filme, von denen jeder im Grunde als Vorbereitung für ein Crossover diente, folgten eher einem Vertriebsmodell als einer echten Erzählung.
Jedes andere Studio versuchte daraufhin, diesen Erfolg zu kopieren. Universal, Sony, Warner und Paramount kündigten zwischen 2014 und 2017 allesamt vernetzte Universum-Projekte an, von denen keines jemals vollendet wurde.
Was eine wechselnde Besetzung ermöglichte
Da sich das Team ständig verändern konnte, ließen sich Figuren aus dem Geschehen verabschieden, ohne dass die Reihe endete. Captain America verließ die Gruppe mehrfach und kehrte immer wieder zurück; die Avengers wurden in der Geschichte mindestens viermal offiziell aufgelöst.
Diese Flexibilität erwies sich zudem als wirtschaftliches Werkzeug: Die Aufnahme in das Team verhalf kleineren Figuren zu größerer Bekanntheit, eine Strategie, die Marvel bereits seit 1965 verfolgte.
Die Filme übernahmen dieses Konzept und behielten die feste Besetzung bei, was ein Jahrzehnt lang funktionierte, bis schließlich dieselbe Lösung gefragt war, die das Comic bereits 1965 gefunden hatte: die Gesichter auszutauschen.
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