Sam Worthington
Eine Hauptrolle, die fast ausschließlich durch einen digitalen Körper und über die Stimme getragen wird, Sam Worthington hat sich für die ungleich schwierigere Aufgabe entschieden.
Worthington verkörpert in Avatar jedenfalls jenen querschnittsgelähmten Marine, der in einen künstlich erschaffenen Körper schlüpft. Die Rolle verlangt dabei nach zwei völlig unterschiedlichen physischen Ebenen, die eine gefesselt, die andere schwerelos, und der emotionale Kern speist sich genau aus diesem Kontrast: In der geliehenen Hülle wirkt die Figur weitaus lebendiger und wahrhaftiger als in ihrer eigenen.
Hintergrund und Einflüsse
Seine Ausbildung absolvierte er an Australiens nationaler Schauspielschule, und bevor er international besetzt wurde, war er beim australischen Film und Theater tätig. Dieses Fundament spiegelt sich deutlich in seiner Vorliebe für ein unaufdringliches Spiel wider, seine Leinwandpräsenz wirkt bewusst ungekünstelt und erinnert eher an einen Soldaten im Einsatz als an einen herkömmlichen Hauptdarsteller.
Stil und Themen
Wiederkehrende Motive sind Heimatlosigkeit, Männer, die die Seiten wechseln und dafür teuer bezahlen, sowie eine körperliche Verletzlichkeit ganz ohne falsches Pathos. Die Inszenierung bleibt bewusst zurückhaltend, um die Wucht ganz den Situationen zu überlassen; bei der Arbeit mit dem Performance-Capture-Verfahren stützt sie sich voll und ganz auf die stimmliche Kontrolle, da das Gesicht auf der Leinwand nicht das eigene ist. Diese Disziplin ist eine bewusste künstlerische Entscheidung und kein Mangel an Ausdruckskraft.
Vermächtnis und Einfluss
Er führt eine der finanziell erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten an, und seine Verpflichtung gilt als Paradebeispiel dafür, wie ein Studio eine gigantische Produktion um einen damals noch weitgehend unbekannten Darsteller herum aufbaut. Seine schöpferische Arbeit im Bereich des Performance Capturing über mehrere Teile hinweg hat maßgeblich dazu beigetragen, dass diese Technik für Hauptrollen längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist und nicht mehr nur für Kreaturen zum Einsatz kommt.
Für wen sich das Werk lohnt
Für alle, die sich dafür interessieren, wie eine Hauptdarstellung eine vollständige digitale Überarbeitung übersteht. Sehr zu empfehlen für treue Fans des Franchise sowie für alle, die einen Blick auf das australische Kino dieser Epoche und die Zeit davor werfen möchten.