Makoto Shinkai
In den Filmen von Makoto Shinkai ist Distanz das eigentliche Thema, während das Wetter die Sprache spricht.
Shinkai inszeniert animierte Langfilme, in denen das Trennende im Mittelpunkt steht, sei es durch Zeit, Geographie oder die Erinnerung. Your Name., Gestern, heute und für immer trug diese Fixierung in den Mainstream und verknüpfte die Prämisse eines Körpertauschs mit einer Katastrophengeschichte, die dem Liebesdrama auf halber Strecke eine völlig neue Wendung gibt. Seine Bilder stecken voller Licht, Spiegelungen und Himmelsansichten, und er widmet einer ganz gewöhnlichen Straßeneinfahrt in der Dämmerung jene akribische Aufmerksamkeit, die die meisten Regisseurinnen und Regisseure für einen Höhepunkt aufsparen.
Hintergrund und Einflüsse
Seine Anfänge lagen bei kurzen Animationsarbeiten, die er weitgehend im Alleingang umsetzte, ein ungewöhnlicher Weg in einer Branche, die auf große Teams setzt. Dieser Ursprung erklärt die Kontrolle, die er sich bis heute über Bildkomposition und Farbgebung bewahrt hat. Die Gewohnheit, alles eigenhändig zu erledigen, hat eine unverkennbare Handschrift hinterlassen, die auch den Übergang zu abendfüllenden Studio-Produktionen überdauert hat.
Stil und Themen
Züge, Treppen, Strommasten und Wolken tauchen so häufig auf, dass sie wie Satzzeichen wirken. In den Filmen geht es eher um Sehnsucht als um Romantik, und die Landschaften dienen dazu, das auszusprechen, was die Figuren nicht über die Lippen bringen. Das Tempo wechselt zwischen langen, stillen Passagen und rasanten Montagen zu Popmusik, eine Struktur, die von manchen als manipulativ und von anderen als genau auf den Punkt empfunden wird. Die Zeit selbst fungiert dabei meist als Antagonist.
Vermächtnis und Einfluss
Sein kommerzieller Durchbruch bewies, dass es einem Regisseur außerhalb des etablierten Studioapparats gelingen kann, ein globales Publikum zu erreichen und dabei kompromisslos den eigenen Weg zu gehen. Die von ihm populär gemachte Ästhetik, detailwütige Hintergründe unter übersättigten Himmeln, wird mittlerweile in der Animationsbranche wie auch in der Werbung allenthalben kopiert.
Wer sich ihr Werk ansehen sollte
Für alle, die Animation in erster Linie als visuelle Kunstform schätzen und denen eine Prise Melancholie nichts ausmacht. Genau das Richtige für ein Publikum, das sich von Geschichten über verpasste Gelegenheiten berühren lässt. Stellen Sie sich auf eine Schönheit ein, die ganz bewusst Weh tut.
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