Lilly Wachowski
Das Genrekino stellte einst die Frage nach der Realität, und eine Kampfszene gab die Antwort darauf: Lilly Wachowski hat diese Verbindung maßgeblich mitgestaltet.
Wachowski hat The Matrix als Co-Autorin und Co-Regisseurin verantwortet, ein Werk, das Martial-Arts-Choreografie, Cyberpunk-Ästhetik und die Prämisse einer simulierten Realität verschmolz. Der Film verlangte vom Massenpublikum, mitten in einer Actionsequenz einem philosophischen Gedanken zu folgen, und das Publikum tat es. Kaum ein Genrefilm jener Ära forderte dem Zuschauer so viel ab und wurde dafür so belohnt.
Hintergrund und Einflüsse
Comics, das Martial-Arts-Kino aus Hongkong und japanische Animationen bilden offene und unverkennbare Einflüsse, ergänzt durch eine schon lange währende Faszination für Philosophie. Die Produktion unterzog die Besetzung einem monatlichen Training, damit die Kampfszenen in langen Einstellungen gedreht und nicht erst im Schnitt zusammenstückelt werden mussten, eine Entscheidung, die das Actionkino noch Jahre später prägen sollte.
Stil und Themen
Wiederkehrende Motive: konstruierte Wirklichkeit, sich selbst fortsetzende Systeme und Figuren, die sich dazu bekennen müssen, das zu werden, was sie ohnehin schon sind. Die Filme bestechen durch eine visuelle Kühnheit und emotionale Aufrichtigkeit, sie verweigern sich jener ironischen Distanz, die das großangelegte Genrekino ihrer Epoche oft prägt, und fordern das Publikum auf, einen Gedanken ernst zu nehmen.
Vermächtnis und Wirkung
Die visuelle Bildsprache, die der Film einführte, hat das Actionkino von Grund auf verändert, und seine Motive sind längst in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Zudem wird das Werk seit jeher als Allegorie des Wandels verstanden, eine Deutung, die von den Filmschaffenden inzwischen auch direkt bestätigt wurde.
Wer sich ihr Werk ansehen sollte
Für alle, die visuelle Wucht und inhaltliche Substanz in Einklang suchen. Ein idealer Einstieg für Fans von Cyberpunk und für Zuschauer, die eine ernst gemeinte Science-Fiction der ironischen Distanz vorziehen. Der erste Film funktioniert zudem wunderbar für sich, falls die Fortsetzungen nicht zusagen sollten.
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