Kohei Horikoshi
In einer Welt, in der Superkräfte alltäglich sind, wird das Fehlen einer solchen zum eigentlichen Konflikt, und genau auf dieser Prämisse baut Kohei Horikoshi sein Werk auf.
In My Hero Academia durchlaufen Superhelden ein ganz normales Schulsystem inklusive Aufnahmeprüfungen, Lizenzen und Pflichtpraktika. Horikoshi begreift das Heldentum als einen Beruf voller Paragrafen und Haftungsfragen, was den Kämpfen eine Bedeutung verleiht, die weit über das reine Gewinnen hinausgeht. Die Figurenriege ist nicht nur umfangreich, sondern wird auch bemerkenswert gut betreut, Mitschüler verfolgen konsequent ihre eigenen Ziele, anstatt sich lediglich um den Protagonisten zu drehen.
Hintergrund und Einflüsse
Amerikanische Superheldencomics bilden einen unübersehbaren Einfluss, der sich sowohl in der Logik der Kostüme als auch im übersichtlichen, kontrastreichen Seitenlayout zeigt. Wir sehen hier eine Verbindung mit der Ensemble-Struktur schulbasierter Manga, wodurch Nebenfiguren vollwertige Handlungsstränge statt bloßer Kurzauftritte erhalten und eine zwanzigköpfige Schulklasse stets greifbar bleibt.
Stil und Themen
Zu den wiederkehrenden Motiven gehören das Erbe, die Kluft zwischen öffentlicher Fassade und privatem Preis sowie die Frage, was eine Gesellschaft denjenigen schuldet, die sie um ihre Rettung bittet. Konfrontationen entzünden sich an einer Entscheidung statt an einer bloßen Eskalation, und Verletzungen schleppen sich fort, anstatt spurlos zu verheilen. Die Antagonisten vertreten einen klaren Standpunkt, und die Erzählung lässt diesen Standpunkt gelten, anstatt ihn einfach abzutun.
Vermächtnis und Einfluss
Das Werk hat das Superhelden-Genre zu eigenen Bedingungen in den Mainstream-Shonen eingeführt und sich zu einem der prägenden Titel seiner Generation entwickelt. Die dazugehörige Anime-Adaption hat die Reichweite im westlichen Raum zudem beträchtlich vergrößert.
Wer sich diesen Werken widmen sollte
Für Leserinnen und Leser, die große Figurenensembles, Schulumgebungen und eine Superhelden-Logik schätzen, die ernst genommen statt parodiert wird. Ein idealer Einstieg für alle, die von westlichen Comics kommen und nach bedingungslosem Ernst ohne ironischen Distanz verlangen.
Ranking der besten Mangas von Kohei Horikoshi
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