Brett Ratner

Regisseur
Tome
Redaktioneller Hinweis von Tome Aktualisiert am 18/09/2026

Ein Studio-Franchise in den Händen eines Regisseurs, der für seine Schnelligkeit engagiert wurde, pünktlich abgeliefert und seither heftig diskutiert: Brett Ratner übernahm den Job, den sonst niemand anfassen wollte.

Ratner inszenierte X-Men: The Last Stand, den dritten Teil einer Reihe, deren ersten beiden Filme von einem anderen Regisseur stammert hatten, der das Projekt kurz vor Drehstart verlassen hatte. Er übernahm eine Produktion mit einem festen Kinostart, einem großen, unter Vertrag stehenden Ensemble und einer Handlung, die einen der bekanntesten Bögen der Superhelden-Comics adaptieren sollte. Das Resultat war ein kommerzieller Erfolg und bleibt bis heute der umstrittenste Beitrag der Reihe.

Hintergrund und Einflüsse

Der Weg vom Musikvideo über das Studioluustspiel bis zum Thriller hat ihm den Ruf eingebracht, auch aufwendige Großproduktionen termingerecht und im Budgetrahmen abzuliefern. Eben dieser Ruf, und nicht etwa eine unverkennbare Autoren handschrift, war letztlich ausschlaggebend für die Übernahme des Franchises. Seine früheren Arbeiten setzen auf ungleiche Duos und ein hohes Tempo; zudem hat er nie ein Hehl daraus gemacht, sich eher als Auftragsregisseur denn als Filmschaffender mit persönlicher Vision zu verstehen.

Stil und Themen

Wiederkehrende Motive: Tempo vor Besinnung, auf Übersichtlichkeit getrimmtes Spektakel und Handlungen, die unerbittlich vorwärtstreiben, statt innezuhalten, um ihre Prämisse zu entfalten. Die Filme wirken rational durchgetaktet und lassen kaum Raum für Mehrdeutigkeit. Wendet man diese Effizienz jedoch auf eine Reihe an, deren Reiz stets in Allegorien und behutsamer Figurenzeichnung lag, provozieren genau jene Eigenschaften den Widerstand des Publikums.

Vermächtnis und Einfluss

Der Film gilt als mustergültiges Fallbeispiel dafür, was geschieht, wenn ein Regisseur lediglich angeheuert wird, um ein bestehendes Franchise zu Ende zu führen, anstatt einen eigenen Film zu drehen. Spätere Teile der Reihe bemühten sich darum, einige Aspekte davon wieder rückgängig zu machen. Im Jahr 2017 warfen mehrere Frauen ihm öffentlich sexuelle Belästigung und Übergriffe vor, Anschuldigungen, die er bestritt, woraufhin seine Karriere im Studio-System faktisch beendet war.

Wer sich damit befassen sollte

Für alle, die die Filmreihe vervollständigen und an diesem Teil schlicht nicht vorbeikommen. Empfohlen für alle, die untersuchen möchten, wie Studio-Terminpläne das Geschichtenerzählen in Franchises prägen. Keine geeignete Einstiegsmöglichkeit in die Reihe.

Ranking der besten Filme von Brett Ratner

1
Nimm am Helden-Turnier teil und gewinne Amazon-Gutscheine! Entdecken