Atlus

Entwickler
Tome
Redaktioneller Hinweis von Tome Aktualisiert am 20/01/2026

Menüs mit einer Sorgfalt gestaltet, die die meisten Studios sonst nur Zwischensequenzen widmen: Atlus entwickelt Rollenspiele, bei denen der Stil Teil des Arguments ist.

Das japanische Studio strickt rundenbasierte Rollenspiele um das Konzept eines Doppellebens. Persona 5 Royal teilt das Jahr zwischen einem schulischen Kalender auf, in dem Freundschaften und Nebenjobs streng getaktet sind, und einer überirdischen Unterwelt, in der ebenjene Beziehungen die Kampfkraft bestimmen. Die Zeit ist hier die eigentliche Ressource, und wer eine Aktivität ablehnt, verspielt unweigerlich eine andere.

Hintergrund und Einflüsse

Das langlebige Dämonenbeschwörungs-Franchise des Studios hat den Grundstein gelegt: Mit Monstern wird verhandelt, anstatt sie nur zu bekämpfen, sie lassen sich zu neuen Formen verschmelzen, und der Tonfall ist weitaus düsterer als bei der damaligen Konkurrenz. Die Jungsche Psychologie liefert das Vokabular für die Masken, die die Figuren tragen, während anstelle einer sekundären Fantasiewelt das japanische Stadtleben als Schauplatz dient.

Style and Themes

Wiederkehrende Motive: Jugendzeit als Phase echter politischer Wut, Erwachsene, die ihre Macht missbrauchen, und Identität als inszenierte Rolle. Das Interface zeigt sich aggressiv und plakativ, Menüs sind animiert, als wären sie Teil des Soundtracks. Die Musik setzt eher auf Jazz und Funk als auf orchestrale Arrangements. Das Kampfsystem belohnt das Ausnutzen von Schwächen, wodurch rundenbasierte Gefechte dynamisch bleiben.

Vermächtnis und Einfluss

Dem Studio gelang das Kunststück, aus einem Spin-off eine weitaus bekanntere Reihe zu formen, deren spielerischer Aufbau, bei dem soziale Simulationen den Fortschritt im Kampf direkt speisen, vielfach kopiert wurde. Die visuelle Identität gilt heute als mustergültiges Beispiel dafür, wie Interface-Design eine bestimmte Tonalität transportieren kann. Neben Anime-Adaptionen und Konzertreihen hat das Schaffen eine treue Anhängerschaft außerhalb Japans hervorgebracht, die vor allem durch Mundpropaganda gewachsen ist.

Für wen sich das Werk lohnt

Für alle, die ein hundertstündiges Rollenspiel mit einer starken Atmosphäre suchen und einen Soundtrack zu schätzen wissen, den man auch außerhalb des Spiels hören möchte. Perfekt für ein Publikum, das Geschichten über Schule und übernatürliche Doppelgänger mag, sofern man bereit ist, sich auf einen gemächlichen Einstieg einzulassen.

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