Das Imperium hat gesiegt. Und jetzt?
Als Respawn Entertainment seine Multiplayer-Wurzeln hinter sich ließ, um eine Solo-Geschichte im Star-Wars-Universum zu erzählen, war die Skepsis durchaus berechtigt. Das Ergebnis hat viele überrascht. Jedi: Fallen Order erschien als eines der strukturell ambitioniertesten Star-Wars-Spiele seit Jahren, es bedient sich selbstbewusst bei Soulslike und Metroidvania, ohne sich vollständig auf eines von beiden festzulegen.
Das Kampfsystem verlangt Geduld. Paraden, Machtfähigkeiten und verschiedene Lichtschwert-Haltungen fügen sich zu einem System zusammen, das blindes Tastengehämmer bestraft und das Lesen feindlicher Angriffsmuster belohnt. Das Leveldesign, das auf einer überschaubaren Anzahl von Planeten aufbaut, die man mit neu freigeschalteten Fähigkeiten erneut bereist, verleiht der Erkundung eine angenehme Dichte.
Das Spielerlebnis
Man spielt Cal Kestis, einen jungen Padawan, der Order 66 überlebt hat, indem er seine Fähigkeiten verbarg und als Schrottarbeiter sein Dasein fristete. Die Geschichte zwingt ihn zurück ans Licht, gejagt von den Inquisitoren, auf der Suche nach einem Weg, den Jedi-Orden wiederaufzubauen. Der Ton bewegt sich irgendwo zwischen Hoffnung und echter Düsternis, was im Star-Wars-Universum seltener vorkommt, als es sein sollte.
Das Spiel steht für sich allein in der Zeitlinie, angesiedelt zwischen den Prequel- und Original-Trilogien, und setzt keinerlei Vorwissen über das Expanded Universe voraus. Eine direkte Fortsetzung, Jedi: Survivor, führt Cals Geschichte weiter.
Für wen lohnt es sich?
Die Hauptgeschichte umfasst je nach Erkundungsaufwand etwa fünfzehn bis zwanzig Stunden. Mehrere Schwierigkeitsgrade machen das soulslike-nahe Kampfsystem auch für Spielerinnen und Spieler zugänglich, die mit dem Genre wenig vertraut sind. Wer an Dark Souls gescheitert ist, aber dennoch ein Spiel mit mechanischem Gewicht sucht, findet hier eine komfortable Mitte.
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