Hiromu Arakawa
Fantasy funktioniert nur dann, wenn ihre Regeln einen Preis fordern, und Hiromu Arakawa schreibt, als wäre das ein unumstößliches Gesetz.
Ihr bekanntestes Werk, Fullmetal Alchemist, stützt sich auf ein einziges Prinzip, das auf den ersten Seiten verkündet und bis zum Schluss eisern durchgehalten wird. Zwei Brüder büßen für einen folgenschweren Fehler, und die Erzählung gewährt ihnen dabei niemals Gnade. Um dieses erzählerische Rückgrat herum entfaltet sich ein vielschichtiges Figurenensemble, ein Krieg, eine weitreichende Verschwörung und, überraschenderweise, eine gehörige Portion Humor.
Hintergrund und Einflüsse
Auf einem Bauernhof aufzuwachsen hat Spuren hinterlassen, die man ihren Werken deutlich anmerkt: Ihre Figuren essen, arbeiten und spüren körperliche Anstrengung. Körperliche Arbeit wird hier als ehrbare Tätigkeit ernst genommen, statt als bloßer Wozel zu dienen, und handwerkliches Können zeigt sich in der Ausübung, statt großspurig angekündigt zu werden. Diese Bodenständigkeit verankert selbst die phantastischsten Sequenzen in einer greifbaren Realität und verleiht ihren Soldaten und Wissenschaftlerinnen das Auftreten von Menschen, die tatsächlich im Berufsleben stehen.
Stil und Themen
Ihre Alchemie funktioniert wie ein Handwerk, das seinen Preis hat, und nicht wie bloße Zauberei. Themen wie Opferbereitschaft, körperliche Einschränkungen und Verantwortung durchziehen das Werk, ohne je belehrend zu wirken. Dabei wechselt sie mühelos von Slapstick zu blankem Entsetzen, und dieser Sprung sitzt, vor allem weil der Humor aus den Figuren selbst erwächst und nicht wie ein Fremdkörper wirkt.
Vermächtnis und Einfluss
Ihre Handlungsführung gilt gemeinhin als mustergültig dafür, wie man eine lange Reihe zu einem runden Abschluss bringt, bei dem jeder Handlungsstrang zu Ende geführt wird. Darüber hinaus zählt sie zu den bekanntesten Zeichnerinnen im Bereich des Shonen-Manga, und wir beobachten, dass ihr Erfolg diese Sichtbarkeit im Genre völlig zur Normalität gemacht hat.
Wer sich dieses Werk nicht entgehen lassen sollte
Für alle Leserinnen und Leser, die sich eine Fantasy-Welt mit Hand und Fuß sowie ein konsequent zu Ende gedachtes Finale wünschen. Genau das Richtige, wenn man das Gefühl hat, dass die Luft bei den meisten Mammutreihen irgendwann raus ist, und wenn man Figurenensembles schätzt, bei denen selbst Nebenfiguren eine echte Entwicklung durchlaufen.
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